Freitag, 1. Juni 2007


LVC-Finale: Das Duell der Youngsters
Die beiden Jüngsten machen es unter sich aus. Skipper Dean Barker (Team New Zealand) und Steuermann James Spithill (Luna Rossa Challenge) segeln ab Freitag, 01. Juni, vor Valencia um den Titel des Herausforderers. Den einen hat man hier erwartet, den anderen nicht unbedingt. Denn dass der 27-jährige Spithill mit der ITA 94 die nach der Vorrunde zweitplatzierten US-Amerikaner von BMW Oracle Racing mit einem deutlichen 5:1 nach Hause schicken würde, hatte wohl keiner gedacht. Für Neuseeland hingegen wäre alles andere als das Erreichen des Finales um den Louis Vuitton Cup eine nationale Tragödie gewesen.

Konservative Kiwis gegen offensive Italiener
Die beiden Steuerleute stammen aus der südlichen Hemisphäre und haben trotz ihres jungen Alters bereits reichlich Cup-Erfahrung. Doch da enden bereits die Gemeinsamkeiten. Auf dem Wasser zeigten sie und ihre Crews bislang eine sehr unterschiedliche Renntaktik. Während der 34 Jahre alte Neuseeländer Dean Barker und sein Taktiker Terry Hutchinson eher kühl abwartend agieren, den Gegner jederzeit kontrollieren wollen und ein enges Rennen suchen, ist das Duo mit dem Australier Spithill und seinem Taktiker Torben Grael schwerer einzuschätzen.

Aggressive Starts sind die Spezialität Spithills, der auch in den spannendsten Situationen immer die Ruhe bewahrt. Nach dem Start wählt das italienische Team häufig den Alleingang, entscheidet sich für eine andere Seite als der Gegner und holt dort einen Vorsprung heraus. Barker weiß, dass in den meisten Rennen Spithills gewonnene Starts die Basis für den Erfolg sind. Neben dem Zweiboot-Training steht deswegen bei beiden Teams derzeit das intensive Analysieren der Stärken und Schwächen des Gegners auf der Tagesordnung.


Unterschiedliche Strukturen
So unterschiedlich die Rennphilosophie der Protagonisten, so verschieden sind auch die Teams und ihre Boote. Der konservative Stil der Kiwis spiegelt sich in ihrer traditionellen Crewzusammenstellung wider, die hauptsächlich aus Neuseeländern besteht. Nach der bitteren Niederlage im Cup-Finale 2003 gegen Alinghi hat das Team hart an der Zuverlässigkeit der neuen Boote gearbeitet. Das Resultat: Die NZL 92 segelt bislang sehr stabil. Der relativ kantige Cupper kommt etwas langsam in Fahrt, tut sich aber bei moderatem und starkem Wind durch eine hervorragende Formsteifheit hervor. Auf der anderen Seite besticht die wendige und ebenfalls sehr eckige ITA 94 durch ihre hervorragenden Qualitäten auf dem Amwindkurs, bedingt auch durch eine extra lange Finne. An Bord sind - im Gegensatz zur italienisch geprägten Crew früherer Kampagnen - Top-Segler verschiedenster Nationalitäten versammelt. Doch die Charaktere sind gut aufeinander abgestimmt, wie das Zusammenspiel des Australiers Spithill mit dem Brasilianer Grael zeigt.

Experten erwarten ein enges Duell
Kenner der Szene rechnen mit einem engen Ausgang des LVC-Finales. Das legt auch die bisherige Bilanz der Zusammentreffen beider Teams im Louis Vuitton Cup nahe: Luna Rossa schlug Team New Zealand in Round Robin 1, in der Rückrunde hatten die Kiwis die Nase vorn. Die Crew von Dean Barker musste zwar länger um den Finaleinzug kämpfen, konnte aber im Semifinale gegen den ebenfalls schwer auszurechnenden Gegner Desafio Espanol möglicherweise wichtige Erfahrung sammeln. Wie schon im Halbfinale gilt auch im Finale der Modus "best-of-nine": Sieger und damit Herausforderer von Titelverteidiger Alinghi ist, wer zuerst fünf Rennen gewonnen hat.


Es geht um das Begleichen alter Rechnungen und die Hoffnungen eines gesamten Kontinents: Wenn das italienische Segel-Syndikat Luna Rossa und das Team New Zealand ab Freitag (14.55 Uhr/live bei EinsFestival) zum Finale um den Louis Vuitton Cup vor Valencia antreten, steht mehr als die Teilnahme am Duell um den 32. America's Cup auf dem Spiel. Ganz Europa dürfte den Italienern die Daumen drücken, für die "Kiwis" soll die "best-of-nine"-Serie derweil nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur großen Revanche sein.

Der Gewinner der Herausforderer-Runde darf den Schweizer Titelverteidiger Alinghi ab dem 23. Juni zum Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt bitten. Für die Neuseeländer wäre es die Chance zur Wiedergutmachung, denn vor vier Jahren wurde die segelbegeisterte Nation beim 31. America's Cup in Auckland von dem eidgenössischen Binnenland schwer gedemütigt. Die Alinghi bezwang das Team New Zealand mit 5:0 Siegen und holte die begehrte Trophäe erstmals nach 152 Jahren wieder nach Europa. Dort soll sie nach dem Willen der Luna Rossa und ihrer europäischen Konkurrenten auch bleiben.

Beide Mannschaften treten mit ausgeglichener Bilanz aus der Vorrunde gegeneinander an, beide verfügen auch über ein ordentliches Budget: Die Luna Rossa Challenge operiert mit 90 Millionen Euro, Team New Zealand mit 80 Millionen. Während es den Italienern dank einer Leistungsexplosion im Halbfinale gelang, Cup-Gigant BMW Oracle Racing mit 5:1 aus dem Wettbewerb zu drängen, hatte Team New Zealand gegen Außenseiter Spanien mit 5:2 mehr Mühe als erwartet. Der dreimalige America's-Cup-Sieger Russell Coutts, der 2003 mit Alinghi gewann, sich dann aber im Streit von den Schweizern trennte und diesmal zusehen muss, sagte dem britischen Internetanbieter "Rule69": "Luna Rossa war sehr eindrucksvoll und James Spithill segelt das Boot sehr, sehr gut. Trotzdem glaube ich, dass New Zealand ein ganz anderer Gegner sein wird. Ich mag das Kiwi-Boot und kann Bereiche sehen, in denen es Vorteile haben wird." Im direkten Vergleich der Steuerleute wirkte der erst 27 Jahre junge australische Shooting Star James Spithill zuletzt aggressiver und konsequenter als sein neuseeländischer Rivale Dean Barker. Doch Coutts sagt: "Dean ist im Stande, eine große Leistung zu erbringen. Im Vergleich sollte damit Team New Zealand der Favorit sein."

Mittwoch, 30. Mai 2007

ich bin fit . . . .

Reportagen
29-05-2007 - Valencia (ES)

Hospitality-Bereich: Caroline Caron & Pierre-Igor Cusnir
Caroline Caron und Pierre-Igor Cusnir vom Hospitality-Bereich geben ein Update darüber, wie sich ihr Team auf den America's-Cup-Match vorbereitet und beschreiben einen typischen Tag...


Caroline Caron

(Photo credit: Steven Tee/Alinghi)Wie läuft ein typischer Tag im Hospitality-Bereich ab?
Die Sponsoren kommen gegen zwölf Uhr in der Basis an. Sie werden auf der Terrasse begrüsst und von dort aus zeigen wir ihnen die Darsena und informieren sie über die Basis und das Team. Team-Mitglieder sind da, sie geben Erklärung zum Segelport und machen einen Workshop über Matchracing oder Bootsbau. So haben unsere Gäste direkten Kontakt mit den Verantwortlichen. Dann gibt es auch noch den SUI64-Simulator und die interaktive Zone, wo die Wissenschaft des Segelns erklärt wird und die Gäste sich selber im Matchracing
versuchen können. Danach haben wir jeweils ein «Interview des Tages» mit den Seglern, welche in den Hospitality-Bereich kommen. Wir befragen sie zum Rennen des Tages, zur Strategie und zum Wetter und dann steigen die Gäste in die Begleitboote und erleben das
Geschehen auf der Rennstrecke. An Bord haben wir den Live-Kommentar durch ein Team-Mitglied, Live-TV und das «Virtual Eye».

Wie bereitet sich der Hospitality-Bereich auf den America's Cup vor?
Wir haben uns seit Beginn der Kampagne darauf vorbereitet. Die Vorbereitung auf den Cup hat lange gedauert, aber im Prinzip machen wir das, was wir in den letzten zwei Jahren auch gemacht haben – wir sind also bereit. Der grosse Unterschied besteht darin, dass wir zwei- oder dreimal so viele Gäste haben werden wie sonst. Wir versuchen also, ein neues System zu entwickeln. Wir erwarten während des Matchs auf der Basis 600 bis 800 Besucher, inklusive Gäste und Familienmitglieder.

Welche Veränderungen gibt es in eurem Bereich in der unmittelbaren Vorbereitung auf den Cup?
Wir werden härter und länger arbeiten und mehr Personal kommt dazu, mehr Hostessen. Wir haben zwei zusätzliche Hospitality-Boote und neue Leute, die sie fahren. Im Prinzip vergrössert sich überall die Anzahl, was die Logistik komplexer macht. Wir sind alles Leute, die mehrere Dinge aufs Mal erledigen können, aber grössere Anzahlen bedeuten, dass es im Hospitality-Bereich eine präzisere Rollenverteilung braucht. Normalerweise besteht unser Team aus acht Leuten. Wir werden diese Zahl bis auf zwölf erhöhen, dazu kommen die Leute aus dem Catering.


Pierre-Igor Cusnir

(Photo credit: Steven Tee/Alinghi)Wie trägt eure Arbeit zum Ziel des Teams bei, den America's Cup erneut zu gewinnen?
Wir wollen, dass das Team stolz auf unsere Arbeit ist. Wir versuchen, ihre Gäste erstklassig zu beherbergen und sorgen dafür, dass sich ihre Familien wohl fühlen. Unser Ziel ist es, dass sich die Familien und die Team-Mitglieder wie zuhause fühlen – sie müssen gut behandelt werden und sich gleich wichtig vorkommen wie die Sponsoren. Unser eigentlicher Beitrag ist der, dass sich die Familien als Teil des Teams fühlen. Sie können hierher kommen und ihren Ehemann, ihre Frau, ihren Vater oder ihre Mutter unterstützen. Während des America's-Cup-Matchs werden wir ein Familienunterstützungsboot haben und der Unterschied zwischen Alinghi und anderen Teams ist der, dass wir die Familie und die Gäste mischen. Die Alinghi-Familie hat den gleichen Zugang zur Terrasse und den VIP-Räumen wie die Sponsoren und Gäste.

Wie geht ihr mit dem Druck vor dem Cup um?
Wir kauen Fingernägel, werden immer dicker und brüllen uns gegenseitig an...Der Tag hat nur 24 Stunden und der Match beginnt am 23. Juni. Aber wir werden bereit sein!

Donnerstag, 24. Mai 2007

Zürich erneut Schweizer Fussball-Meister


Der FC Zürich hat das Hitchcock-Finale um die Schweizer Fussballmeisterschaft gewonnen, dank einem 2:0-Sieg gegen Grasshopper.

Konkurrent Basel nützte im letzten Spiel auch ein 2:0-Sieg gegen Young Boys nicht: Sie beenden die Meisterschaft mit einem Punkt Rückstand auf den alten und neuen Meister.



"Kiwis" schielen schon auf den Cup
Die Szenerie wirkte schon ein wenig seltsam: Nach dem Halbfinale der Herausforderer-Runde des 32. America´s Cup wurde an Bord der unterlegenen Desafio Espanol ausgelassen gefeiert, beim siegreichen Team New Zealand gab es nur ein paar Handshakes. Die Spanier hatten trotz des Ausscheidens den größten Erfolg ihrer Cup-Geschichte errungen, die Neuseeländer ihren Auftrag hingegen noch nicht erfüllt. Die "Kiwis" sollen die älteste Sporttrophäe der Welt zum dritten Mal in ihre Heimat holen.
"Let´s bring it home!" prangt in großen Lettern am ihrem Basecamp in Valencia - "Lasst uns den Cup nach Hause bringen." Um dieses Ziel zu erreichen, wurde sogar die Staatskasse geöffnet. Rund 18,5 Millionen Euro an Steuergeldern flossen in die Kampagne. Sponsoren kamen erst später hinzu und erhöhten das Budget auf insgesamt rund 85 Millionen.



Die nationale Schmach von 2003 soll jetzt wettgemacht werden.
Damals wurde die segelbegeisterte Nation beim 31. America´s Cup in Auckland vom Binnenland Schweiz gedemütigt. Die Alinghi bezwang das Team New Zealand mit 5:0 Siegen und holte die begehrte Trophäe zum ersten Mal nach 152 Jahren wieder nach Europa. Nun sinnen Skipper Dean Barker und seine Crew auf Revanche.
Vorher muss im Herausforderer-Finale ab dem 1. Juni allerdings noch die italienische Luna Rossa, die in der Vorschlussrunde die US-Kampagne BMW ORACLE Racing überraschend bezwang, aus dem Weg geräumt werden. Erst nach einem Sieg in der "best-of-nine"-Serie dürfte man die Alinghi als Titelverteidiger ab dem 23. Juni zum Duell um den 32. America´s Cup fordern.
"Die Luna Rossa zu bezwingen, wird nicht leicht. Die Italiener haben sich stetig verbessert. Ich schätze beide Teams gleich stark ein", sagt Neuseelands Taktiker Terry Hutchinson. Von den bisherigen neun Vergleichen der beiden Mannschaften gewannen die "Kiwis" aber sechs. Ein weiteres psychologisches Faustpfand könnte der Verlauf des 30. America"s Cup 2000 sein. Damals bezwang das Team New Zealand die Luna Rossa mit 5:0 Siegen.




UITG hofft auf die Italiener
Beim schon in der Vorrunde kläglich gescheiterten deutschen Segel-Syndikat Team Germany drückt man aber eher den Italienern die Daumen. "Wenn der Cup in Europa bliebe, würde uns dies die Gespräche mit potenziellen Sponsoren erheblich erleichtern", sagt Kampagnen-Chef Michael Scheeren.



Der bisherige Geldgeber der Deutschen hat bereits seinen Rückzug für den Fall eines neuseeländischen Cup-Gewinns angekündigt. Sollte sich im Herausforderer-Finale jedoch die Luna Rossa durchsetzen, würde schon vor dem anschließenden Duell mit der Schweizer Alinghi feststehen, dass auch die nächste Auflage der Veranstaltung auf dem alten Kontinent stattfindet.

Mittwoch, 23. Mai 2007


Das Finale um den Louis-Vuitton-Cup zwischen Italien und Neuseeland wird vom 1. Juni an ebenfalls im Modus „Best of nine“ ausgetragen: Wer fünf Siege verbuchen kann, darf Titelverteidiger Alinghi im 32. Duell um den America's Cup herausfordern.



Katzenjammer bei BMW Oracle
Trotz des mit geschätzten 130 Millionen Euro höchsten Etats aller Teilnehmer verabschiedete sich die US-Kampagne BMW Oracle sang- und klanglos aus der Herausforderer-Runde für den 32. America´s Cup in Valencia. Nach der desaströsen 1:5-Halbfinalpleite gegen die Luna Rossa (Italien) steht das Team vor einer ungewissen Zukunft.
Software-Milliardär und Syndikatschef Larry Ellison kündigte zwar bereits an, auch beim 33. Kampf um die älteste Sporttrophäe der Welt an den Start gehen zu wollen. Ob der deutsche Automobilkonzern ihm jedoch weiterhin als Partner zur Seite steht, ist zumindest fraglich. "Wir werden unsere Kampagne nun gesamthaft analysieren und uns das Konzept des künftigen Cups ansehen, um auf dieser Grundlage eine Entscheidung zum weiteren Engagement zu treffen", sagte Jan-Christiaan Koenders als Leiter der BMW-Markenkommunikation.
Hoffen auf Europa-Schauplatz
Ein nicht unwesentlicher Faktor dürfte dabei der Schauplatz des nächsten Cups sein. Nachdem die USA durch das eigene Ausscheiden nicht mehr in Frage kommen, hofft man nun wie auch beim deutschen Segel-Syndikat Team Germany auf Europa. "Das würden wir natürlich begrüßen", meinte BMW-Sprecherin Nicole Stempinsky.
Neben der als Titelverteidiger bereits für das Duell um den 32. America´s Cup qualifizierten Alinghi (Schweiz) sowie der Luna Rossa sind noch das Team New Zealand und die Desafio Espanol (Spanien) im Rennen. Nur die Neuseeländer können die Hoffnungen auf den Verbleib des Cups in Europa noch durchkreuzen und liegen in der Halbfinalserie gegen die Desafio mit 4:2 Siegen vorn.



Unabhängig vom weiteren Verlauf der Veranstaltung dürfte Chris Dickson keine Zukunft mehr bei BMW ORACLE haben. Der Neuseeländer, der bei den Amerikanern als Skipper, Steuermann und Generaldirektor fungiert, gilt als Hauptschuldiger an der Misere. Schon vor dem letzten Rennen gegen die Luna Rossa war der 45-Jährige von Ellison vom Steuer der US-Yacht abgezogen und durch den Dänen Sten Mohr ersetzt worden. Nach dieser Aktion ist ein Verlust an Macht und Autorität nicht wegzudiskutieren.
Diktatorischer Stil
"Mein Vertrag galt für diese Kampagne. Wir müssen jetzt in unserem Programm für Ordnung sorgen und dann an die Zukunft denken", sagte Dickson. Harte Kritik musste der Skipper zudem von Bertrand Pace einstecken, der als Taktiker zuletzt nicht mehr zur ersten Garde des Teams gehört hatte. "Dickson war gleichzeitig Skipper, Manager, Steuermann und Designer. Wir alle wussten, dass dieser diktatorische Stil nicht funktionieren kann", erklärte der Franzose der Nachrichtenagentur AFP.
Bitter war das Aus von BMW Oracle derweil auch für die USA, die den Cup von 1851 bis 1983 hielten und seitdem jeweils zumindest das Finale der Herausforderer-Runde erreicht hatten.


BMW und Oracle versenken 150 Millionen Euro
Das war nichts: Das Regatta-Team von Autohersteller BMW und Softwaregigant Oracle ist schon in der Qualifikation ausgeschieden. Besonders für Oracle-Chef Larry Ellison ist das eine Blamage. Denn kein anderes Team wurde von seinen Sponsoren mit derart viel Geld augestattet.

Foto: REUTERS
Nichts geht mehr: Larry Ellison an Bord der USA 98

Ausgebrannt erschien Chris Dickson zu seinem letzten öffentlichen Auftritt bei der 32. America’s-Cup-Auflage. Seine sonst so stechend blauen Augen, die ihm einst den Spitznamen „Lasereyes“ eingetragen haben, wirkten matt. Doch immerhin: Der 44 Jahre alte Neuseeländer kam, obwohl er gerade die größte Schmach seiner Profikarriere hatte erleiden müssen. Für seine faire Gratulation an die im Halbfinale der Herausforderserie so erdrückend überlegene italienische Luna Rossa Challenge erhielt er viel Beifall, und das ist dem Skipper mit dem diktatorischen Führungsstil lange nicht widerfahren.
Weiterführende links
Luna Rossa im Finale - Dickson abberufen Stunden zuvor hatte ihn sein Chef Larry Ellison vom Steuerrad der USA 98 verbannt. Der elftreichste Mann der Erde und Inhaber des US-Teams BMW Oracle Racing hatte Dickson am Morgen vor dem letzten Rennen das Vertrauen entzogen. Doch es war bereits zu spät, Steuermann Dickson und die Crew hatten sich zu viele Patzer geleistet. Den Untergang seines Unternehmens erlebte Dickson nur noch vor dem Fernseher, das hoch favorisierte US-Team schied aus und Amerika wartet nun seit 1992 weiter vergeblich auf einen Sieg beim America’s Cup. „So etwas passiert, wenn ein Mann zuviel Verantwortung trägt“, analysierte Alinghis Sportdirektor Jochen Schümann.
"Ich nehme diese Niederlage persönlich"
Trotzdem absolvierte der sonst oft spröde „Dicko“ am Abend nach dem Aus einen der aufrichtigsten Auftritte seines Lebens. Während andere im BMW-Basiscamp Tränen der Enttäuschung weinten, bedankte sich Dickson bei seiner Crew und sagte auf die Frage nach der Verantwortung: „Ich nehme diese Niederlage persönlich.“
Er bestätigt, dass Ellison ein weiteres Cup-Engagement mit dem Team plane. Die eigene Zukunft ließ der Napoleon des Segelsports offen: „Mein Job für BMW Oracle ist noch nicht beendet. In einigen Monaten weiß ich mehr.“
Ellison ließ sich nicht mehr blicken
Während Ellison sich am schwärzesten Tag seines Teams nicht blicken ließ, erschien Dicksons Abgang nahezu würdevoll. Es wäre aber zu einfach, das Desaster nur auf seglerische Mängel zurückzuführen. Auch das Potenzial der Hightech-Jachten wirkte zuletzt nur durchschnittlich. Im US-Lager hat man sich möglicherweise zu sehr auf dem guten zweiten Platz der Vorrunde ausgeruht, dabei hatte Schümann schon vor Wochen gewarnt: „Die Großen sind gar nicht so großartig. Die Ergebnisse sehen souveräner aus als sie segeln.“
Auch in der Zusammenarbeit zwischen den beiden für BMW Oracle tätigen Design-Diven Bruce Farr und Juan Kouyoumdjian soll es massive Probleme gegeben haben. Im Medienzentrum kursierte gestern eine angeblich von Bruce Farr aufgesetzte Presseerklärung. Die war zwar nur der zynischen Feder eines Journalisten entsprungen, brachte aber den Bruch im fast 30 Mann umfassenden Konstrukteursteam der Amerikaner brillant auf den Punkt. Letzter Satz in einer Reihe von imaginären Schuldzuweisungen an den französischen Überflieger Kouyoumdjian: „Farr Jacht Design freut sich auf die künftige Zusammenarbeit, vorzugsweise dann, wenn die Hölle zugefroren ist.“
Fortsetzung des BMW-Engagements unter US-Flagge fraglich
Das Designteam des Klassenkrösus mit dem 150-Millionen-Euro-Budget scheint schon vor langer Zeit implodiert zu sein. Angesichts des Scherbenhaufens überlegt der deutsche Hauptsponsor BMW – laut Insidern mit rund 50 Millionen Euro beteiligt, nächste Schritte. Offenbar will man dem America’s Cup treu bleiben – ob weiterhin unter US-Flagge, ist aber fraglich.
Jan-Christiaan Koenders, Leiter der Markenkommunikation, sagte: „Das Engagement von BMW im Jachtsport ist langfristig angelegt. Wir werden unsere Kampagne insgesamt analysieren und uns das künftige Cup-Konzept ansehen, bevor wir eine Entscheidung zum weiteren Engagement treffen.“
Alle in der Warteschleife
Koenders hat das gleiche Problem wie viele Cup-Teams: Bis zum Ende des 32. Cup-Match weiß niemand, wohin die Reise in Zukunft geht. Nur der Sieger darf bestimmen, wann und wo die 33. Auflage stattfindet. Zu Gerüchten, BMW könne zur deutschen Folgekampagne überlaufen, mochte niemand Stellung nehmen. Wie auch? Alle sitzen in der Warteschleife.
Schlagworte
America's Cup BMW Oracle Valencia Larry Ellison Christ Dickson Schümanns Traumszenario von einem europäischen Match um den America’s Cup und der damit verbundenen Gewähr für die 33. Cup-Auflage in Europa ist zwar aufgrund von Italiens überragenden Leistungen wahrscheinlicher geworden, doch noch ist Neuseeland im Spiel. Zwar tun sich die Kiwis in ihrem Halbfinale gegen Spanien schwerer als erwartet (Zwischenstand: 4:2), doch der Gedanke an einen neuseeländischen Sieg lässt europäische Sponsoren erschauern. Nicht nur Team Germanys bisheriger Hauptsponsor Ralph Dommermuth hat bereits festgelegt: „Geht der Cup nach Neuseeland, sind wir nicht mehr dabei.“
Nur einer wäre dann ganz sicher ganz nah: Chris Dickson, der sich nach einem Abstecher mit der Familie ins Pariser Disneyland bald auf seinem Bauernhof bei Auckland von den Cup-Abenteuern erholen möchte. Und von der Pleite.


Team New Zealand segelt ins Finale
Das Segel-Syndikat Emirates Team New Zealand ist bei der Herausforderer-Runde des 32. America´s Cup in Valencia ins Finale eingezogen und trifft dort ab dem 1. Juni auf die Luna Rossa aus Italien. Die Neuseeländer distanzierten die spanische Desafio Espanol am Mittwoch um 1:18 Minuten und entschieden die "best-of-nine"-Serie der Vorschlussrunde mit 5:2 Siegen für sich.
Die Luna Rossa hatte sich bereits am vergangenen Sonntag überraschend deutlich mit 5:1 Siegen gegen BMW Oracle Racing aus den USA durchgesetzt und kann sich gegen das Team New Zealand nun für die Niederlage im Duell um den 30. America´s Cup 2000 in Auckland revanchieren. Damals gewannen die "Kiwis" das Aufeinandertreffen mit 5:0 Siegen und holten die älteste Sporttrophäe der Welt zum zweiten und bisher letzten Mal nach Neuseeland.
Der diesjährige Gewinner der Paarung, die im Modus "best-of-nine" ausgetragen wird, darf als Sieger der Herausforderer-Runde den Schweizer Titelverteidiger Alinghi um Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) ab dem 23. Juni zum Kampf um den 32. America´s Cup bitten.


Wind und Wellen stoppen die Cupper

Zu starker Wind und zu hohe Wellen haben bei der Herausforderer-Runde für den 32. America´s Cup in Valencia am Dienstag die Fortsetzung des Halbfinals zwischen dem Team New Zealand und der spanischen Desafio Espanol verhindert. Die Neuseeländer führen die Best-of-nine-Serie mit 4:2 Siegen an und sind somit nur noch einen Erfolg vom Finaleinzug entfernt. Die am Dienstag abgesagte Wettfahrt soll am Mittwoch (15 Uhr) nachgeholt werden.

Als erster Finalteilnehmer steht bereits seit vergangenem Sonntag die Luna Rossa fest. Die Italiener setzten sich in der Vorschlussrunde mit 5:1 Siegen gegen BMW ORACLE Racing (USA) durch. Das Finale beginnt am 1. Juni. Der Gewinner der Herausforderer-Runde darf den Schweizer Titelverteidiger Alinghi um Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) ab dem 23. Juni zum Duell um den 32. America´s Cup bitten.

Montag, 21. Mai 2007


In die Enttäuschung über das Ausscheiden mischt sich auch Stolz.
BMW ORACLE Racing kämpfte bis zum Schluss, schied aber im Halbfinale des Louis Vuitton Cup durch einen 1:5-Niederlage gegen die italienische Luna Rossa Challenge aus.
„Das ist sicherlich nicht das Ergebnis, das wir erwartet haben", sagte Larry Ellison, Team-Eigner von BMW ORACLE Racing. „Luna Rossa hat sich stark verbessert und verdient dafür viel Anerkennung. Ich bin stolz darauf, dass unser Team da draußen bis zur letzten Halse gekämpft hat. Wir haben niemals aufgegeben."

Chris Dickson, CEO des Teams, bekam bei der Pressekonferenz nach den heutigen Rennen viel Beifall, als er Luna Rossa Skipper Francesco de Angelis und dem Steuermann James Spithill mit einem Händedruck und den Worten gratulierte: „Der Grund für unser Ausscheiden ist der, dass Luna Rossa in dieser Woche überragend war. Wir sind natürlich sehr enttäuscht und hatten uns ein anderes Ende erwünscht."

„Es sind zwölf Teams angetreten und elf müssen früher aufhören, als sie wollen. Heute trifft es uns – früher als wir es angestrebt haben. Wenn ich zurückschaue, dann springt mir nichts ins Auge, was ich anders machen würde. Könnte ich den Grund für dieses Ergebnis klar benennen, hätte ich es anders gemacht. Es gibt keinen isolierten Grund, es ist vielmehr so, dass viele Kleinigkeiten den Unterschied ausmachen."

Rennzusammenfassung: BMW ORACLE Racing hatte für dieses Match die Afterguard umgestellt. Chris Dickson wurde als Steuermann vom Dänen Sten Mohr ersetzt, Taktiker Gavin Brady übernahm die Rolle des Skippers. Nachdem die Wettfahrtleitung den Start um 20 Minuten verschoben hatte, um auf stabile Winde zu warten, begann das Match mit einem Split-Tack-Start. Die USA 98 startete am Committee Boat auf Steuerbordbug, während die ITA 94 die Linie am anderen Ende auf Backbordbug kreuzte. Direkt nach dem Startschuss wendeten die Italiener, so dass beide Yachten einen langen Schlag zur rechten Kursseite segelten. Die ITA 94 profitierte dabei von einem Linksdreher. Nach neun Wenden hatte die USA 98 an der Luvtonne einen Rückstand von 32 Sekunden. Luna Rossa deckte gnadenlos ab und der Vorsprung blieb nahezu unverändert. Im Ziel betrug er 33 Sekunden.

„Der America’s Cup ist ein extrem harter Wettbewerb, wenn man sich den Druck ansieht, mit dem wir umgehen müssen", sagte Steuermann Sten Mohr. Es war aber eine große Freude für mich, heute an Bord zu gehen. Ich habe die USA 98 zuvor schon viele Male gesegelt. Als Teststeuermann segle ich dauernd auf beiden Boote, es war also eine vertraute Situation für mich. Chris Dickson hat vor dem Rennen mit mir gesprochen und mir viele Ratschläge gegeben. Er hat mir sehr geholfen."


Luna Rossa schmeißt BMW ORACLE raus
Auch durch den Wechsel des Steuermanns hat die Segel-Kampagne BMW ORACLE Racing (USA) das Aus im Halbfinale der Herausforderer-Runde für den 32. America´s Cup in Valencia nicht mehr abwenden können. Wenige Stunden nach der Ablösung von Chris Dickson (Neuseeland) durch den Dänen Sten Mohr am Sonntagmorgen verloren die Amerikaner mit einem Rückstand von 33 Sekunden gegen die Luna Rossa und mussten sich den Italienern in der Best-of-nine-Serie der Vorschlussrunde mit 1:5 Siegen geschlagen geben.
Für BMW ORACLE, das mit einem Budget in Höhe von 130 Millionen Euro der Krösus des gesamten Teilnehmerfeldes war, bleibt der Traum vom Gewinn der ältesten Sporttrophäe der Welt damit erneut unerfüllt. 2003 war man allerdings erst im Herausforderer-Finale am Team New Zealand gescheitert. Dickson musste das Ausscheiden seiner Mannschaft ebenso wie der erneut nicht eingesetzte Münchener Vorschiffsmann Tony Kolb vom Land aus verfolgen.
Die Luna Rossa erreichte derweil zum zweiten Mal nach 2000 das Finale der Herausforderer und erhöhte somit auch die Chancen auf eine deutsche Zukunft im Cup. Nach dem kläglichen Vorrunden-Aus des Team Germany vor knapp zwei Wochen deutete der deutsche Syndikats-Chef Michael Scheeren bereits an, dass sich die Sponsorensuche bei einem europäischen Cup-Sieg erheblich erleichtern würde.
Einen Strich durch diese Rechnung könnte nun nur noch das Team New Zealand machen. Die Neuseeländer verloren am Sonntag zwar mit einem Rückstand von 15 Sekunden gegen die spanische Desafio Espanol, liegen in der zweiten Halbfinalserie aber mit 4:2 Siegen vorn und gelten als wahrscheinlicher Gegner der Luna Rossa für das am 1. Juni beginnende Finale.
Der Sieger der Herausforderer-Runde darf den Schweizer Titelverteidiger Alinghi um Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) ab dem 23. Juni zum Duell um den 32. America´s Cup bitten.


BMW ORACLE Racing schickt veränderte Afterguard ins Rennen.
Der dänische Steuermann Sten Mohr wird heute im sechsten Halbfinalmatch gegen Luna Rossa Challenge statt Chris Dickson am Ruder der USA 98 stehen.
Taktiker und Skipper wird Gavin Brady sein, während Dickson nicht an Bord ist. BMW ORACLE Racing hat sein Segelteam so aufgebaut, dass jede einzelne Position an Bord doppelt besetzt ist. Das Team ist der Meinung, dass es an der Zeit ist, frisches Blut in die Crew zu bringen.

“Wir sind mit unserem besten Gesamtpaket in das Halbfinale gegangen, aber wir haben nicht die erhofften Resultate erzielt. In meiner Eigenschaft als CEO stehe ich vollauf hinter jeder Maßnahme, die uns eine Chance auf den Sieg gibt", sagte Dickson. “Wir sind ein Team mit Kampfgeist und wir werden niemals aufgeben. Es ist eine schwierige Situation, 1:4 hinten zu liegen, aber noch sind Punkte zu vergeben. Wir werden aufs Boot gehen und um diese Punkte kämpfen."

Sten Mohr stieß im Jahr 2006 als zweiter Steuermann und Trainingspartner für Dickson im teaminternen Segelprogramm zum Team. Der Däne ist ein sehr erfahrener Matchracer, der im Jahr 1999 an der Spitze der Weltrangliste stand.

Sonntag, 20. Mai 2007

RACES
Winner: first team to win five matches.


1 1 0 1 1 4
0 0 1 0 0 1



1 0 1 1 1 4

0 1 0 0 0 1


Luna Rossa und Team New Zealand so gut wie durch
Das italienische Segel-Syndikat Luna Rossa und das Team New Zealand sind bei der Herausforderer-Runde des 32. America´s Cup in Valencia nur noch einen Sieg vom Finaleinzug entfernt. In ihren "best-of-nine"-Serien der Vorschlussrunde gelang beiden Mannschaften im fünften Rennen jeweils der vierte Sieg. Die Luna Rossa war am Samstag 1:57 Minuten schneller als die US-Kampagne BMW ORACLE Racing, die Neuseeländer distanzierten die spanische Desafio Espanol um 1:49 Minuten.
Besonders für BMW ORACLE, das mit einem Budget von geschätzten 130 Millionen Euro der Krösus des gesamten Teilnehmerfeldes ist, war die neuerlich Schlappe bitter. Durch einen Doppel-Penalty in der Vorstartphase beraubten sich Skipper Chris Dickson (Neuseeland) und seine Crew selbst fast aller Chancen auf das Erreichen des Finales. Auch der Münchener Vorschiffsmann Tony Kolb konnte die Niederlage bei seinem ersten Einsatz in der Vorschlussrunde nicht verhindern.
Nach dem Ende des Halbfinales, das am Sonntag (15.00 Uhr) fortgesetzt wird, bestreiten die beiden siegreichen Teams ab dem 1. Juni das Finale. Anschließend darf der Gewinner der Herausforderer-Runde den Schweizer Titelverteidiger Alinghi um Sportdirektor Jochen Schümann (Penzberg) ab dem 23. Juni zum Duell um den 32. America´s Cup bitten.

Samstag, 19. Mai 2007


Louis Vuitton Cup, Halbfinale – fünftes Rennen.
Dieses Match war bereits nach dem Vorstart entschieden, als gegen BMW ORACLE Racing in einem feurigen Duell mit Luna Rossa Challenge zwei Strafen ausgesprochen wurden.
Die USA 98 segelte vom Tonnenende der Linie tief in die Startbox, ehe es zum Dial-up mit Luna Rossa Challenge kam, die sich rechts von der USA 98 positioniert hatte.

Beide Yachten hielten sich mehr als zwei Minuten im Wind und drifteten dabei langsam rückwärts. 90 Sekunden vor dem Startschuss segelte die USA 98 auf Bachbordbug davon, Luna Rossa folgte sofort und erneut drehten die Boote in den Wind, diesmal kurz vor der Startlinie. Nun waren es noch 40 Sekunden bis zum Startschuss.

Die USA 98 hat keinen Platz mehr und musste über die Tonne am linken Ende der Startlinie hinaus segeln und zurück halsen, um einen neuen Versuch zu unternehmen, regulär zu starten. Luna Rossa Challenge gelang es, weiter innen zu halsen und auf Backbordbug zu bleiben. Dadurch erzwangen die Italiener die erste Strafe gegen die USA 98, die auf Steuerbordbug entfliehen wollte. Direkt danach kam es zur zweiten Strafe, als Luna Rossa eine Überlappung herstellte. Nun waren beide Yachten auf Steuerbordbug, und Luna Rossa in Luv, als die USA 98 stark anluvte und dann sofort wieder abfiel. Dabei berührte das Heck von BMW ORACLE Racing die Yacht von Luna Rossa Challenge, und die Schiedsrichter sprachen erneut eine Strafe aus. Zudem wurde die rote Flagge gezeigt, die bedeutet, dass einer der beiden Strafkringel unverzüglich zu segeln ist. Nach dem Kringel der USA 98 hatten die Italiener einen Vorsprung von vier Bootslängen, den sie auf der gesamten Renndistanz verteidigten und damit in der Best-of-nine-Serie auf 4:1-Siege erhöhten.
Rennzusammenfassung:
Nach einem langen Dial-up standen die beiden Yachten nahe der Startlinie im Wind, Luna Rossa Challenge befand sich dabei an der rechten Seite der USA 98. 40 Sekunden vor dem Startsignal ging der USA 98 der Platz aus, und die Yacht musste über die Tonne am linken Ende der Startlinie hinaus segeln und zurück halsen, um einen neuen Versuch zu unternehmen, regulär zu starten. Luna Rossa Challenge gelang es, weiter innen zu halsen und auf Backbordbug zu bleiben. Dadurch erzwangen die Italiener die erste Strafe gegen die USA 98, die auf Steuerbordbug entfliehen wollte. Direkt danach kam es zur zweiten Strafe, als Luna Rossa eine Überlappung herstellte. Nun waren beide Yachten auf Steuerbordbug, und Luna Rossa in Luv, als die USA 98 stark anluvte und dann sofort wieder abfiel. Dabei berührte das Heck von BMW ORACLE Racing die Yacht von Luna Rossa Challenge, und die Schiedsrichter sprachen erneut eine Strafe aus. Zudem wurde die rote Flagge gezeigt, die bedeutet, dass einer der beiden Strafkringel unverzüglich zu segeln ist. Dadurch gewannen die Italiener einen Vorsprung von vier Bootslängen, den sie auf der gesamten Renndistanz verteidigten und auf 4:1-Siege erhöhten.

Weitere Statements von Peter Isler: „Die erste Strafe war wegen eines Backbordbug-Steuerbordbug-Vorfalls, als wir uns aus einer unangenehmen Lage befreien wollten. Es war ein kalkuliertes Risiko. Wir dachten, wir kämen vor dem Gegner vorbei, aber es hat nicht ganz gereicht.“

„Man legt sein Schicksal ungern in die Hände der Schiedsrichter, aber unsere Überlegung war, dass, wenn wir vorbei kämen, wir die Situation neutralisiert hätten. Leider ist das nicht aufgegangen.“

„Luna Rossa ist bisher gut gesegelt. Sie haben sich ihre Siege verdient, aber wir haben in Regatten zuvor auch schon große Comebacks erlebt. Es ist noch nicht vorbei!“


Freitag, 18. Mai 2007

Tabelle - Americas Cup, Semifinale (Best of Nine)

Race 1
Rennen /Siege /Niederlagen /Punkte
1 Emirates Team New Zealand 4 3 1 6
2 Desafio Espanol 4 1 3 2
Race 2
Rennen /Siege /Niederlagen /Punkte
1 Luna Rossa Challenge 4 3 1 6
2 BMW Oracle Racing 4 1 3 2



In der zweiten Halbfinal-Begegnung zwischen Favorit Team New Zealand und den spanischen Außenseitern von Desafío Español steht es nach dem dritten Sieg der Neuseeländer ebenfalls 3:1. Die Spanier konnten ihren umjubelten Rennsieg vom Mittwoch nicht wiederholen und mussten sich im Ziel mit 42 Sekunden Rückstand geschlagen geben. "Aufgeben tun wir deshalb ganz sicher nicht", versprach Steuermann Karol Jablonski, "ein paar Tricks haben wir schon noch parat."

BMW ORACLE Racing bleibt zuversichtlich.

Der Weg durch das Halbfinale des Louis Vuitton Cup ist noch steiniger geworden, denn seit heute liegt BMW ORACLE Racing in der Serie gegen Luna Rossa Challenge 1:3 zurück. Dennoch ist das Team zuversichtlich, den Spieß umzudrehen.
Die beiden Yachten lieferten sich heute einen temperamentvollen Kampf, Unterschiede in der Bootsgeschwindigkeit waren nicht zu erkennen. Das Rennen fand in einer stabilen Seebrise mit zehn bis zwölf Knoten statt, so dass sich wenige Überholmöglichkeiten ergaben. Obwohl die USA 98 sowohl auf der Kreuz als auch vor dem Wind beständig attackierte, kam sie nicht am Gegner vorbei.


„Wir fühlen uns nie gut nach Niederlagen, und ein 1:3-Rückstand ist nicht die Position, die wir uns vorgestellt haben“, sagte Peter Isler, Navigator von BMW ORACLE Racing. „Trotzdem: Es ist noch ein langer Weg zu gehen, und wir bleiben dabei, nur von Rennen zu Rennen zu denken. Wir haben Vertrauen in unsere Crew sowie in unser Boot und wir sind fest entschlossen, die Serie herum zu reißen.“

Rennzusammenfassung: Die Afterguards von BMW ORACLE Racing und Luna Rossa Challenge zettelten ein Nervenspiel an, als sie bis zu 2,7 Kilometer Querabstand zwischen beiden Booten zuließen. Zu dieser Situation kam es auf der zweiten Kreuz, nachdem Luna Rossa Challenge an den Wendetonnen 13 und zwölf Sekunden Vorsprung hatte. Die Italiener profitierten stärker von dem hohen Querabstand, gewannen das Rennen und führen in der Serie nun mit 3:1. Am Start kämpften Skipper Chris Dickson und die BMW ORACLE Racing Crew um die rechte Kursseite. Die USA 98 startete am Boot der Wettfahrtleitung auf Backbordbug. Gleiches tat Luna Rossa Challenge, allerdings ein gutes Stück weiter in Lee. Es folgte ein kurzer Schlag auf Backbordbug, dann wendete die USA 98. Dies war der Auftakt zu einem Kreuzduell, das 14 Wenden später an der rechten Anliegelinie endete. An der ersten Luvtonne und am Leetor war es noch ein enges Rennen, dann aber gingen die Yachten getrennte Wege. An der zweiten Luvtonne hatte Luna Rossa Challenge 28 Sekunden Vorsprung gewonnen. Vor dem Wind griff die USA 98 noch einmal an, segelte Halse nach Halse, um den Druck auf die Italiener hoch zu halten. BMW ORACLE Racing holte zwar beständig auf, fand aber keine Überholmöglichkeit und kreuzte die Ziellinie mit 23 Sekunden Rückstand.

Weitere Statements von Peter Isler: „Wir wollten am Start die rechte Kursseite, und die gesamte Crew hat sie uns gesichert. Nach einem Schlag auf Backbordbugbug haben wir gewendet, und Luna Rossa Challenge hatte minimal die Bugspitze vorne. Auf dem nun folgenden, langen Schlag auf Steuerbordbug haben wir mit einem Rechtsdreher gerechnet, aber der Wind war bemerkenswert stabil. Es war, als wären die Boote aneinander gekettet, und Luna Rossa behielt unverändert den Vorsprung von einer halben Bootslänge.“

„Der große Querabstand auf der zweiten Kreuz war reine Nervensache. Als die Yachten am Leetor unterschiedliche Tonnen rundeten, haben die Italiener ein paar Bootslängen gewonnen, weil sie den kürzeren Weg hatten. Wir haben auf der linken Seite auf einen Vorteil gehofft, aber der Dreher kam nicht. Als die Yachten wieder zusammenkamen war der Rückstand in etwa gleich geblieben. Wir haben die Italiener mit vielen Wenden und Halsen unter Druck gesetzt, aber sie haben keinen Fehler gemacht. Weil zudem der Wind sehr stabil war, waren alle unsere Bemühungen zum Scheitern verurteilt.“


Louis Vuitton Cup, Halbfinale – viertes Rennen.




Die Afterguards von BMW ORACLE Racing und Luna Rossa Challenge haben heute ein Nervenspiel angezettelt, als sie bis zu 2,7 Kilometer Querabstand zwischen beiden Booten zuließen.
Zu dieser Situation kam es auf der zweiten Kreuz, nachdem Luna Rossa Challenge an den Wendetonnen 13 und zwölf Sekunden Vorsprung hatte. Die Italiener profitierten stärker von dem hohem Querabstand, gewannen das Rennen und führen nun mit 3:1.

Am Start kämpften Skipper Chris Dickson und die BMW ORACLE Racing Crew um die rechte Kursseite. Die USA 98 startete am Boot der Wettfahrtleitung auf Backbordbug. Gleiches tat Luna Rossa Challenge, allerdings ein gutes Stück weiter in Lee.

Es folgte ein kurzer Schlag auf Backbordbug, dann wendete die USA 98. Dies war der Auftakt zu einem Kreuzduell, das 14 Wenden später an der rechten Anliegelinie endete.

An der ersten Luvtonne und am Leetor war es noch ein enges Rennen, dann aber gingen die Yachten getrennte Wege. An der zweiten Luvtonne hatte Luna Rossa Challenge 28 Sekunden Vorsprung gewonnen. Vor dem Wind griff die USA 98 noch einmal an, segelte Halse nach Halse, um den Druck auf die Italiener hoch zu halten. BMW ORACLE Racing holte zwar beständig auf, aber fand keine Überholmöglichkeit und kreuzte die Ziellinie mit 23 Sekunden Rückstand.