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Samstag, 28. April 2007



«Shosholoza»-Segler Kröger: «Können alle schlagen»
25.04.2007
Valencia (dpa) - Mit Champagner bespritzt gab Tim Kröger ein Interview nach dem anderen und wurde nicht müde, die Frage nach dem Geheimfavoriten auf den 32. America's Cup zu beantworten.

«Natürlich sind wir das. Mit dem Sieg gegen die reichen Italiener haben wir bewiesen, dass wir eine Super-Stimmung an Bord haben», erklärte der Hamburger im Hafen von Valencia, wo er als Boat Captain der südafrikanischen «Shosholoza» mit dem Erfolg über die «Luna Rossa» für die faustdicke Überraschung in der Herausforderer-Runde gesorgt hatte. «Die haben 100 Millionen Euro zur Verfügung, wir nur 25. Das zeigt, dass wir an einem guten Tag alle schlagen können», behauptet der 42-Jährige.



Tatsächlich kommen den Südafrikanern die ungewöhnlichen Bedingungen an der Mittelmeerküste entgegen, wo seit Tagen - wenn überhaupt - nur bei leichten Winden gesegelt werden kann. «Die Bedingungen sind gut für uns, aber wir können auch die Zähne zeigen bei mehr Wind», sagt Kröger, der zur Führungscrew an Bord zählt. Das Rezept des Low-Budget-Unternehmens heißt Teamgeist. «Wir haben so viele Tiefschläge einstecken müssen, seit wir vor zwei Jahren angefangen haben zusammenzuarbeiten», erzählt der zweimalige Weltumsegler, «doch das stählt und schweißt zusammen».

Die großen Teams haben zwei Yachten, die kleinen nur eine - und die muss hundertprozentig ausgetüftelt sein. Gegenüber der deutschen Kampagne, die ihr neues Boot erst seit rund einem halben Jahr zur Verfügung hat, ist der Zeitvorsprung enorm. Doch noch wichtiger scheint die Stimmung. Während die Mitglieder des Teams Germany am Dienstag nach ihrem ersten Erfolg gegen die Chinesen überhaupt nicht feierten und auch nicht besonders glücklich aussahen, herrschte bei Kröger und Co. afrikanische Ausgelassenheit.

Von 25 Seglern kommen nur vier nicht aus Südafrika. «Wir haben bewiesen, dass man erfolgreich sein kann, ohne Topleute zusammenzukaufen», sagt der Norddeutsche, den das schlechte Abschneiden der «Germany 1» betrübt. Für ein erfolgreiches deutsches Segel-Abenteuer in der Zukunft träumt Kröger von einer Bündelung aller Fachkompetenz. «Ohne Jochen Schümann geht es nicht, er hat die größte fachliche Qualifikation und bewiesen, dass er den Cup gewinnen kann.» Der Olympiasieger ist mit Titelverteidiger «Alinghi» bereits für den 32. America's Cup vom 23. Juni an qualifiziert.

Bis dahin sind die Südafrikaner, die unter den elf Herausforderern die beliebtesten im Hafen von Valencia sind, wahrscheinlich schon ausgeschieden und Kröger genießt nach der intensiven Arbeit den ersten richtigen Urlaub seit Monaten in Hamburg. Wie es dann weitergeht, weiß er nicht. Doch Zukunftsängste sind dem Familienvater fremd. «Wenn man freiberuflich ist, öffnet sich immer eine Tür», meint der frühere Soling-Segler Kröger gelassen.

Boat Captain Tim Kröger posiert in Valencia vor der aufgebockten «Shoaholoza».